
Mit Kaffee, Pinselnund viel Geduld
Wie sieht eine Karte aus, die nicht nur Aurea zeigt, sondern sich auch anfühlt, als käme sie direkt aus dieser Welt? Um das herauszufinden, haben wir uns vor Kurzem mit Nick Lörcher und Jelena Probst im wundervollen Studio von Tabea Becker getroffen.
Wir wollten nicht am Bildschirm planen, sondern Papier anfassen, Materialien ausprobieren und sehen, was passiert. Aus leichten Vordrucken, Kaffee, Pinseln, Schriften und Stempeln wurde ein ganzer Werkstatttag rund um die zukünftige Karte von Aurea.

Wenn Kaffee zu Landschaft wird
Zuerst haben wir die Vordrucke mit Kaffee gefärbt. Dadurch bekam das Papier nicht einfach nur einen alten Ton: An Rändern, Falten und einzelnen Flächen entstanden ganz eigene Strukturen. Manche davon ließen sich planen, andere waren glückliche Zufälle.
Danach haben wir tatsächlich mit Kaffee weitergemalt. Mit Pinseln entstanden Küstenlinien, Schatten und Spuren, die sich viel organischer anfühlen als ein digital gesetzter Alterungseffekt. Genau diese kleinen Unregelmäßigkeiten machen die Karte lebendig.
„Das war so eine entspannende und meditative Arbeit.“
Nick Lörcher
Der nächste Schritt: Aurea auf A2
Die kleinen Karten waren unser Versuchsfeld. Als Nächstes wollen wir eine große A2-Karte anlegen, sie vollständig bemalen und anschließend wirklich von Hand beschriften.
Dieses Original soll später mehrere Leben führen: als interaktive Weltkarte auf der Website und als auffaltbare Karte, die den Büchern beiliegt. Digital soll sie Orte und Geschichten öffnen. Gedruckt soll sie sich wie ein Fundstück aus Aurea anfühlen.


Schriften, Stempel und Flourishes
Neben den Karten haben wir unterschiedliche Schriften und Stempel ausprobiert. Wie kräftig darf ein Ortsname sein? Wie unregelmäßig muss eine Linie wirken, damit sie glaubwürdig bleibt? Und welche Formen passen zu Aurea, ohne wie ein fertiges Fantasy-Set auszusehen?
Auch die Flourishes für die Bücher und alle weiteren Designs wollen wir selbst entwickeln. So wächst die Gestaltung nicht aus einer Sammlung vorgefertigter Ornamente, sondern aus derselben Werkstatt wie die Welt und ihre Geschichten.


Aurea entsteht nicht nur am Schreibtisch
Dieser Tag hat uns daran erinnert, wie gut es tut, Dinge langsam und gemeinsam entstehen zu lassen. Zeichnen, testen, verwerfen, weiterarbeiten: ohne Abkürzung und ohne den Anspruch, dass schon der erste Versuch perfekt sein muss.
Genau diesen Weg wollen wir fortsetzen. Die Hauptdarstellerinnen und Hauptdarsteller sollen künftig eigene Fotoshootings mit Kostümen, Kronen und Requisiten bekommen. Vieles davon möchten wir in der Ideenschmiede selbst bauen und bemalen. Dabei wird auch 3D-Druck eine wichtige Technik sein.


